17. November 2009

Betriebsstörung besonderer Art

Kategorie: PB1 - Reiseberichte — Canan Topçu @ 13:47
ICE im Bahnhof Hannover. (Archivbild: ddp)

ICE im Bahnhof Hannover. (Archivbild: ddp)

Keine Durchsage. Keine Erklärung dafür, warum sich der ICE nicht in Bewegung setzt. Dabei hätte der Zug den Bahnhof Hannover schon längst verlassen haben müssen. Seit mehr als 15 Minuten tut sich nichts. Ich ärgere mich, dass ich mich so beeilt habe, ja gerannt bin, um den Zug zu erwischen.

Eine Minute nach der anderen verstreicht, ohne dass ‘was vom Zugpersonal zu hören ist. Sonst bin ich nicht so scharf darauf, den schlecht formulierten Ansagen zuzuhören. Aber dass gar nicht erklärt wird, warum der ICE sich nicht in Fahrt setzt, wurmt mich. Doch dann, es mögen inzwischen 20 Minuten verstrichen sein, knattert der Lautsprecher und ist eine männliche Stimme zu hören. Was glauben Sie, was der Bahn-Mann sagt?

Machen wir mal ein kleines Ratespiel. Dass sich sie Abfahrt des ICE nach Berlin um weitere Minuten verzögern wird: a) wegen einer Signalstörung? b) wegen Betriebsstörung? c) wegen Bauarbeiten an Gleisen?

Nee, nee, diesmal ist keine der üblichen Erklärungen. Auch nicht, dass ein Personenschaden die Weiterfahrt verhindert. “Verehrte Fahrgäste, wir warten auf den Zugführer”, erklärt lapidar der Bahner via Lautsprecheransage.

Im Abteil entsteht sogleich ein Gespräch darüber, warum der Mann seinen Dienst nicht pünktlich antritt. Krank geworden? Bis spät in die Nacht gefeiert und morgens verschlafen? Plötzlich erkannt, dass er seinen Job hasst?

Keines der vermuteten Gründe trifft zu. Der Zugführer könne seinen Dienst nicht pünktlich antreten, weil, teilt die männliche Stimme – von Knattertönen begleitet – mit, sein Zug sich verspäte. Ja klar, warum soll es den Angestellten besser gehen als den Kunden?

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2 Kommentare »

  1. Na, wenn die Ansage nicht gelogen war, dann ist es ja mal was Nettes bei der Bahn. Ich fahre nur mit der Bahn, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt….. Billigflieger und Bus sind günstiger!

    Kommentar von Thomas — 19. November 2009 @ 12:35

  2. Sowas ähnliches hatte ich auch mal letzten Sommer. IC aus München Richtung Stuttgart setzt sich partout nicht in Bewegung. Dann die Durchsage “Wir warten auf den Zugführer”. Komisch, im Internet per WAP ist keine Verspätung verzeichnet. Plötzlich, ich schätze es war nach 30 Min, setzt sich der Zug in Bewegung, hält aber 10 Min später in Pasing wieder auf dem falschen Gleis. Die Passagiere sind unruhig, viele steigen aus, wollen den Regionalzug nach Augsburg nehmen, der am Gleis gegenüber bald halten müsste. Plötzlich hält ein IC gegenüber, ebenso auf dem falschen Gleis. Ein Bahnmitarbeiter steigt aus und fragt uns Wartende etwas spitzbübisch auf was wir warten würden. Als wir ungläubig antworten, dass uns der Lokführer fehle, grinst er uns an. Dann können wir jetzt wieder einsteigen, er sei ja jetzt da.
    Ich muss sagen, die entwaffnende Art dieses Mannes hat allen den Groll über die Wartezeit genommen. Man muss sich das mal vorstellen, die als so unflexibel bekannte Bahn hatte es tatsächlich geschafft, uns durch einen außerplanmäßigen Halt einen Lokführer zu organisieren. Und das sollte man immer wieder betonen: die Mitarbeiter im direkten Kundenkontakt können am allerwenigsten etwas für die zu enge (Fehl)Planung, die dünne Personaldecke und die lädierte Technik. Aber sie kriegen den meisten Ärger ab. Und wenn sich dann nichtw enige ihre Frohnatur erhalten und trotz allen Ärgernissen auf natürliche Art freundlich bleiben, dann habe ich davor höchsten Respekt. da sind die Fahrgäste auch anders gelaunt und nehmen die Widrigkeiten des Pendlerlebens auch lockerer als wenn immer nur eine offizielle Stimme für unser “Verständnis” dankt.

    Kommentar von aleinad — 8. März 2010 @ 21:14

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