6. August 2010

Jenseits des Hauptbahnhofs

Kategorie: PB1 - Reiseberichte — Michael Bayer @ 11:26

wpid-IMAG0037.jpg
Warnung der Deutschen Bahn in eigener Sache. (Bild: Bayer)

“Unsere Bauarbeiten können schon mal zu kleinen Verwicklungen führen”, schreibt die Bahn auf Plakaten am Frankfurter Hauptbahnhof. Arbeiter bessern die mittleren Gleise aus – sie sind gesperrt. Deshalb halten seit Wochen einige Züge des Regional- und Fernverkehrs abweichend am Süd- oder Westbahnhof. Was auch brav in die Fahrpläne eingearbeitet ist.

Man kann die angedrohten Verwicklungen als interessantes Experiment sehen. Dass es nun Direktverbindungen von der Bergstraße nach Sachsenhausen gibt, gefällt beispielsweise mir ausgesprochen gut – ist die FR-Redaktion doch nur wenige Schritte vom Südbahnhof aus entfernt im ehemaligen Straßenbahndepot untergebracht. Jene Pendler, die es eher in die Banken um die Taunusanlage zieht, sind in wenigen Minuten mit der S-Bahn dort.

Ich finde, die Sache könnte die Baustellenzeit überleben. Warum denn nicht weiter einige Züge am Südbahnhof enden lassen? Nicht nur wegen meiner kurzen Wege jetzt. Vielleicht verschiebt der eine oder die andere die Arbeitszeit, so dass unterm Strich mehr Reisende als bisher direkt verbunden wären.

Die Intercity zwischen Kassel und Heidelberg halten am Westbahnhof. Und sie halten vorher auf einer Nebenstrecke, weil sie gezwungen sind, jene Zeit zu verbummeln, die sonst nötig ist, um in den Hauptbahnhof rein- und rauszufahren. Was verdeutlicht, wie viel Zeit Pendler und Reisende jeden Tag auf dem Gleisvorfeld verlieren.

Andererseits: Die IC in der ungeraden Stunde sind – so gehen die Gespräche in den Zügen – für nicht wenige unattraktiv geworden, die Intercity in der geraden Stunde noch voller als bisher schon. Der Weg nach Bockenheim ist eben doch nicht für alle eine praktische Sache. Was wiederum für den Hauptbahnhof spricht.

Die Lage ist also nicht eindeutig. Aber anregend auf jeden Fall.
(weiterlesen…)

6. Juli 2010

Alles im Griff

Kategorie: PB1 - Reiseberichte — Michael Bayer @ 13:18

Der längste Teil der Reise von Berlin nach Mannheim scheint geschafft, als der ICE im Frankfurter Hauptbahnhof wieder – und sogar ziemlich pünktlich – Tempo aufnimmt. Doch dann das: Wegen eines Unfalls auf der Strecke, verkündet der Lautsprecher, müssten wir nun einen anderen Weg als geplant in die Quadratestadt nehmen. Über die geplanten Anschlusszüge dort werde sie „rechtzeitig informieren“, fügt die Zugchefin jenen Textbaustein der Deutschen Bahn hinzu, der so viel sagt wie: „Ich hab‘ keinerlei Ahnung, wie es für Sie dort weitergeht.“

Die Frau, die mir schräg gegenüber sitzt, hingegen hat eine Ahnung: „Hätte ich die Ansage ne halbe Minute früher gehört, wäre ich ausgestiegen, mit dem Intercity weitergefahren – und so problemlos nach Karlsruhe gekommen.“ In der Tat hatte die Zugchefin kurz vor Frankfurt genau diesen Zug als pünktlichen Anschluss angepriesen.

Der Ärger der Frau steckt an. Denn auch für mich wäre der IC eine Alternative zur Ungewissheit gewesen. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr wurmt mich die Sache. Da kommt mir ein Hinweis beim Start der Reise in den Sinn: In Wagen 11 führe die Deutsche Bahn eine Kundenzufriedenheitsbefragung durch, man bitte um Auskunft. Die kann ich gerne geben. Und das, obwohl ich in Wagen eins sitze. (weiterlesen…)

14. Mai 2010

Die Extra-Tour am Südbahnhof

Kategorie: PB1 - Reiseberichte — Michael Bayer @ 10:39
In der U-Bahn gibt's viel zu erleben - früher oder später.  (Bild: ddp)

In der U-Bahn gibt's viel zu erleben - früher oder später. (Bild: ddp)

Die U-Bahn fährt in Frankfurt ja oft im Abstand von wenigen Minuten. Interessant wird das, wenn die Verspätung der Züge größer ist als der Takt, in dem sie angesagt sind. Dann wird’s seltsamerweise ziemlich hektisch. Seltsam, weil mir es als Fahrgast egal ist, ob ich in die angekündigte Bahn steige oder in jene, die eigentlich vor zehn Minuten hätte abfahren sollen. Hauptsache es fährt eine.

Dass sie es mit einer zu späten Bahn zu tun haben, bemerken Reisende daran, dass die Türen, kaum dass man eingestiegen ist, zuknallen, und der Zug sich derart hurtig in Bewegung setzt, dass es oft nichtmal mehr bis zum nächsten Haltegriff reicht. In der Folge gibt’s dann ungewollten Hautkontakt zu anderen Fahrgästen.

Am Frankfurter Südbahnhof gibt es einen weiteren Hinweis auf aus dem Takt geratene Fahrpläne. (weiterlesen…)

19. April 2010

Nutzt die Bahn ihre Chance?

Kategorie: PB2 - Verkehrs- und Nachrichtenlage — Michael Bayer @ 16:15
Volle Bahnsteige. (Bild: dpa)

Volle Bahnsteige. (Bild: dpa)

Kein Flugzeug am Himmel – für den Bahnverkehr ist das die große Chance, sich Vielreisenden zu empfehlen, die sonst gerne in die Luft gehen. Im Fernverkehr zählt die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben bis zu 110.000 zusätzliche Passagiere am Tag, ein stolzes Plus von 30 Prozent. Das Blöde ist natürlich, dass das Reisen wenig bequem ist, wenn wegen der großen Nachfrage die Züge übervoll sind.

Doch danach sieht es nicht aus. Nach dem Wochenende entspannte sich am Montag die Lage etwas. Die Fernzüge seien gut ausgelastet, aber nicht überfüllt, sagte ein Sprecher. Auf den Bahnhöfen gehe es ruhig zu. Offensichtlich seien viele Reisende der Empfehlung gefolgt, nicht gleich am Montagmorgen ihre Fahrt anzutreten. Im grenzüberschreitenden Verkehr seien besonders die Züge nach Skandinavien, in die Niederlande und nach Österreich gefragt.

Mühe gibt man sich offenbar: Nach wie vor sei „alles im Einsatz, was rollt“. Von Hamburg zum Ostsee-Fährhafen Puttgarden würden zusätzlich Busse eingesetzt.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Nutzt die Bahn ihre Chance? Oder versinkt sie mit dem Flugverkehr im Choas? Schreiben Sie uns ins Kommentarfeld unten! Herzlichen Dank.

12. April 2010

Auto fällt auf Gleis der S3

Kategorie: PB2 - Verkehrs- und Nachrichtenlage — Redaktion @ 09:48

Ein 20 Jahre alter Autofahrer ist am Morgen mit seinem Wagen von einer Schnellstraße bei Schwalbach am Taunus auf die Bahngleise gestürzt. Der Mann wurde mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, wie die Bundespolizei in Frankfurt berichtete. „Er hatte unglaubliches Glück“, sagte ein Polizeisprecher.

Der Fahrer war gegen 8.30 Uhr auf der Landesstraße 3005 von Kronberg in Richtung Frankfurt aus zunächst ungeklärter Ursache von der Straße abgekommen, an der Leitplanke vorbei die Böschung herunter gerast und schließlich mit seinem Fahrzeug auf den Gleisen gelandet.

Die S-Bahnstrecke der Linie 3 zwischen Bad Soden und Eschborn- Niederhöchststadt war wegen der Bergungsarbeiten in beide Richtungen gesperrt. Der Verkehr wurde umgeleitet. (dpa)

8. April 2010

Pendler retten die Statistik

Kategorie: PB4 - Verkehrspolitik — Michael Bayer @ 11:22
Auch Schüler pendeln - und helfen, die Statistik zu retten.

Auch Schüler pendeln - und helfen, die Statistik zu retten.

Dass das S-Bahn-Chaos in Berlin keine kleine Nummer war, macht jetzt das Statistische Bundesamt quasi amtlich. Das errechnet Jahr für Jahr penibel genau, wie viele Reisende mit Bussen und Bahnen unterwegs sind. Für 2009 ist soviel eindeutig: Die Zahl der Fahrgäste steigt etwas um 115 Millionen auf 10,7 Milliarden (plus 1,1 Prozent). Sie schaffen durchschnittlich 29 Millionen Touren täglich.

Interessant auch: Die meisten Passagiere, nämlich 10,5 Milliarden, zählt der Nahverkehr; die durchschnittliche Strecke ist hier 9,4 Kilometer lang. Die Pendler besorgen den “Öffentlichen” auch den Zuwachs unter dem Strich, denn im Eisenbahnfernverkehr bleibt die Zahl der Reisenden mit 123 Millionen leicht unter dem Vorjahreswert (minus 0,4 Prozent). Die große Reise zieht sich im Schnitt über 285 Kilometer.

Aber zurück zum S-Bahn-Desaster. (weiterlesen…)

Die zehn größten Fehlplanungen der Bahn

Kategorie: PB4 - Verkehrspolitik — Michael Bayer @ 10:26

Milliardenkosten können sich offenbar plötzlich und unerwartet wie von selbst verdreifachen: Kostenexplosionen und Verzögerungen – zehn Beispiele.